Dialogisches Lernen schafft Einsicht.

Mathematik


Herausgegeben von Peter Gallin

Die Reihe bietet in einzelnen Bausteinen Beispiele für Dialogisches Lernen im Mathematikunterricht.
Kommentierte Praxisbeispiele zeigen, wie Lehrpersonen mit geeigneten Aufträgen Kinder von der Grundschule bis in die weiterführende Schule zu einer individuellen Auseinandersetzung mit dem Fach einladen. Die Spuren der Kinder im Lernjournal ermöglichen einerseits den Dialog mit der Lehrperson und den Lernpartnern und weisen andererseits den Weg für den Fortgang des Unterrichts.


Folgende Bausteine sind erhältlich:

  • Fehler sind Perlen beim Lernen von Peter Gallin

  • Vom Begriff des Bruches bis zu den ersten Rechnungen von Simone Lamb

  • Flächeninhalt und Umfang als schwer fassbare Begriffe von Christine Fischer, Nico Redolfi, Timo Riegler, Matthias Kager


  • Dialogisches Lernen:
    Beim Dialogischen Lernen spielt die Schriftlichkeit eine zentrale Rolle. Im Reisetagebuch oder Lernjournal lernen die Schülerinnen und Schüler vom ersten Schultag an, ihr Lernen sichtbar zu machen und das schulische Angebot im Austausch mit anderen immer besser zu nutzen. Die Lehrperson lenkt den Blick auf Qualitäten, die als vielfältige Angebote für individuelle Fortschritte untersucht und diskutiert werden.

    Im Lernjournal wird sichtbar, wie Schülerinnen und Schüler von sehr unterschiedlichem Begabungsniveau an diesem Prozess teilnehmen und wie sie dabei die Erfahrung der Autonomie, der sozialen Eingebundenheit und des kompetenten und erfolgreichen Handelns machen.

    Dialogisches Lernen
    • fördert fachliche und überfachliche Kompetenzen simultan
    • ist eine Antwort auf das Problem der Heterogenität
    • stellt Gelungenes in den Vordergrund
    • schafft ein Klima des Respekts und der Wertschätzung
    • weckt Interesse am Fach und am Austausch mit anderen



    Dr. Christine Fischer, Schulleiterin der Neuen Mittelschule Kirchberg, erprobt das Dialogische Lernen bereits das zweite Schuljahr (5. und 6. Schulstufe) und schreibt:

    "Begeisterung für Mathematik durch Dialogischen Unterricht

    Dialogischer Unterricht in Mathematik ist eine Bereicherung für Schülerinnen und Schüler und für Lehrpersonen. In den heterogenen Klassen der Neuen Mittelschule ist dieses pädagogische Konzept besonders gut geeignet, um alle Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu fordern und den unterschiedlichen Begabungen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.

    Im dialogischen Mathematikunterricht bleibt die Motivation zum Lernen durch die Arbeitsweise vom ICH zum DU zum WIR aufrecht. Vorkenntnisse werden durch spannende und offene Aufgaben abgerufen. Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Lösungswege. Die unterschiedlichen Ideen werden aufgegriffen und rückgemeldet. Darauf lässt sich mathematisches Wissen aufbauen. Das Verstehen wird immer tiefer. Die Freude am Lernen nimmt zu. Die Innovation des Dialogischen Unterrichts liegt in den veränderten, nachhaltigen, kompetenzorientierten Lernprozessen bei Schülerinnen und Schülern. Die Lernkultur verändert sich.

    Für Lehrerinnen und Lehrer ist es sehr hilfreich, wenn Bausteine angeboten werden wie in dieser Reihe des DIECK-Verlages. Die Aufträge an die Schülerinnen und Schüler sind offen und ermöglichen allen Kindern eine Auseinandersetzung mit Mathematik. Die Kommentare von Prof. Dr. Peter Gallin geben anhand der ausgewählten Beispiele Einblick in die Grundlagen des Dialogischen Unterrichts: Kernidee, offene Aufgaben und Aufträge, dahinterliegende Prinzipien, Autographensammlung, Folgeaufträge."



    Prof. Dr. sc. math. Peter Gallin
    wurde 1946 in St. Moritz (Graubünden, Schweiz) geboren und besuchte das Gymnasium Lyceum Alpinum im benachbarten Zuoz. Es folgte das Studium der Theoretischen Physik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) mit Diplomabschluss. Anschließend war Peter Gallin zwei Jahre lang Assistent an der ETH und bildete sich gleichzeitig zum Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik weiter. Seine Dissertation im Fach Mathematik befasst sich mit der Spiegelungsgeometrie im n-dimensionalen euklidischen Raum.
    Von 1970 bis 2008 war Peter Gallin Mathematiklehrer am Gymnasium "Kantonsschule Zürcher Oberland" in Wetzikon (Schweiz) und von 1985 bis 2011 Dozent für Fachdidaktik der Mathematik an der Universität Zürich. Von 2010 bis 2013 leitete er das schweizerische TwinCenter 1 an der Universität Zürich im Rahmen des EU-Projekts FIBONACCI. Seit den Siebzigerjahren arbeitete er in interdisziplinären Projekten mit dem Germanisten und Pädagogen Urs Ruf zusammen. Gemeinsam entwickelten sie das Konzept des Dialogischen Lernens. Nach wie vor setzt sich Peter Gallin für die Weiterentwicklung und Verbreitung des Dialogischen Lernens ein vor allem im Bereich des Mathematikunterrichts auf allen Schulstufen auch in englisch- oder französischsprachigen Gegenden.